Bachprogramm zum Reformationsjubiläum

Am Sonntag, 05. November 2017 um 18 Uhr, führt der Freiburger Bachchor zusammen mit dem Freiburger Bachorchester die Kantate Ein feste Burg ist unser Gott BWV 80, das Doppelkonzert für Oboe und Violine BWV 1060 und die Messe in G-Dur BWV 236 von Johann Sebastian Bach in der Herz-Jesu Kirche Freiburg auf. Als Gesangssolisten wirken Magdalene Harer, Lena Sutor-Wernich, Stephan Scherpe und Matthias Horn mit.

Das Herbstkonzert des Freiburger Bachchors steht ganz im Zeichen des diesjährigen Reformationsjubiläums. Mit der Bachkantate Ein feste Burg ist unser Gott BWV 80, die Johann Sebastian Bach über eines der berühmtesten Lieder Martins Luthers geschrieben hat, zollt der Bachchor der Bedeutung der Reformation und ihren Auswirkungen auf die Musik Johann Sebastian Bachs Respekt. Berühmtester Satz der Kantate ist der Eingangschor, der alle Facetten der Bachschen Choralbearbeitungskunst zeigt, da ein doppelter, kanonisch geführter Cantus firmus die kunstvoll ausgearbeitete Choralmotette umrahmt.

Bei dem Doppelkonzert BWV 1060 für Oboe und Violine handelt es sich um eine Rekonstruktion nach dem Konzert für 2 Cembali in c-moll, das Bach vermutlich in seiner Köthener Zeit komponierte. Da die Tastenparts der beiden Solisten sehr unterschiedlich angelegt sind, lag die Vermutung auch angesichts der Bachschen Bearbeitungsfreude nahe, dass das Stück ursprünglich für zwei verschiedene Soloinstrumente gedacht war. Das selten gespielte Konzert gibt einen schönen Einblick in die hohe Kunst der Instrumentalkonzerte Bachs; Solistinnen sind Luise Baumgartl, Oboe und Lisa Immer, Violine.

Mit der Reformation riss die Tradition der lateinischen Kirchenmusik in den evangelischen Kirchen nicht ab, sie erfuhr aber eine erhebliche Einschränkung. So hatte der lutherische Gottesdienst ebenfalls eine Messordnung, die teilweise in lateinischer Sprache gehalten wurde. Protestantische Tradition war allerdings, lediglich Kyrie und Gloria zu vertonen, was der später ergänzte Name "lutherische Messe" verdeutlichen soll. Alle sechs Teilsätze der aufgeführten Messe in G-Dur BWV 236 lassen sich in Bachs Leipziger Kantatenwerk nachweisen. So stammen zum Beispiel Gloria und Domine Deus aus der Kantate Gott der Herr ist Sonn und Schild BWV 79, einer weiteren Reformationskantate, die somit indirekt zum Klingen gebracht wird.

Zu diesem Konzert bietet der Freiburger Bachchor den Mitgliedern der Freiburger Bachchorgesellschaft am 22. Oktober 2017 eine Werkbetrachtung mit begleitenden Musikbeispielen an. Bernhard Reich, evangelischer Kirchenmusiker und bis 2016 Landeskirchenmusikdirektor im Amt für Kirchenmusik der evangelischen Landeskirche Württemberg und Meinrad Walter, Theologe und stellvertretender Leiter im Amt für Kirchenmusik der Erzdiözese Freiburg, vermitteln ihre Sichtweisen aus evangelischer, katholischer und ökumenischer Perspektive auf Martin Luther, die Reformation und ihre Auswirkungen auf die Musik Johann Sebastian Bachs.

Interessenten für die Freiburger Bachchorgesellschaft und deren Angebote melden sich gerne beim Vorsitzenden Wolfgang Witz, Tel. 0172/6228955, oder unter info@freiburger-bachchor.de. Konzertkarten sind über die üblichen Vorverkaufsstellen und unter www.freiburger-bachchor.de erhältlich.